Russisch-Orthodoxe Trauung

10 Regeln für eine orthodoxe Trauung

Im evangelischen Glauben beginnt die Ehe auf dem Standesamt und wird bei der kirchlichen Zeremonie unter den Segen Gottes gestellt. In der katholischen Kirche hingegen, beginnt die Ehe erst damit, dass beide Partner vor Gott den Willen bekunden sich zu vermählen. Sie schwören sich ewige Liebe und Treue und versprechen füreinander da zu sein, in guten wie in schlechten Tagen.

Die Ehe als ein Geheimnis zweier Liebender

In der orthodoxen Kirche hingegen, nimmt die Ehe einen ganz anderen Stellenwert ein. Dort ist die Ehe ein Sakrament, das Geheimnis der Vereinigung von Mann und Frau, welche auf die Vereinigung Jesu Christi mit der Kirche zurückzuführen ist.

Im Gegensatz zu katholischer oder evangelischer Kirche ist die Eheschließung der orthodoxen Kirche keine formelle Handlung. Die Liebenden sind Teil eines Geschehens. Die Ehe wird nicht vollzogen, indem beide bekunden, dass dies ihr freier Wille ist, sondern wird durch den Priester gespendet.

Das Verständnis dieser Konfession besagt, dass die Liebe Christi zu den Menschen ein Vorbild für die Liebe zwischen Mann und Frau sein soll. Voller Hingabe, Aufopferung und freiwilliger Aufgabe jedes Einzelnen. So bedingungslos man sich bei der Taufe zu Gott bekennt, so bedingungslos gibt man sich bei der Eheschließung seinem Partner hin.

Da man weiß, dass auch die größte Verliebtheit und die wundervollsten Schmetterlinge im Bauch einmal verflogen sein werden, muss die Liebe zwischen Eheleuten auf einem sicheren Fundament stehen, und das ist Gott. Er allein ist die Grundlage dieser Verbindung.

Die Voraussetzungen für eine orthodoxe Trauung

Wenn man weiß, wie tief das Verständnis der Vermählung im orthodoxen Glauben greift, ist es nur natürlich, dass nicht jedes Paar in dieser Kirche die Ehe schließen kann. Daher müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Mindestens ein Partner muss der orthodoxen Kirche angehören.
  • Ihr müsst bereits standesamtlich verheiratet sein.
  • Die Partner müssen unterschiedlichen Geschlechtes sein.

Die Anmeldung zur orthodoxen Trauung
Meldet Ihr euch bei eurem Priester zur Hochzeit in der orthodoxen Kirche an, wird euch zu den möglichen Terminen Auskunft erteilt werden. Einige Gemeinden richten sich, wenn möglich, nach den Wünschen des Paares, andere bieten nur feste Termine an.

Diese Dokumente benötigt ihr zur orthodoxen Trauung
Ohne Formalitäten kommt auch eine orthodoxe Hochzeit nicht aus. Organisiert für einen reibungslosen Ablauf daher folgende Dokumente:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Ledigennachweis (dieser ist Voraussetzung für die Ehefähigkeit und darf nicht älter als ein halbes Jahr sein)
  • Eheurkunde / Anmeldung zur standesamtlichen Trauung
  • Sollte ein Partner nicht der orthodoxen Kirch angehören benötigt dieser darüber hinaus:
  • Meldebescheinigung
  • Taufschein

Wenn ihr in einer Kirche außerhalb eures Wohnortes heiraten wollt
Auch bei einer orthodoxen Trauung könnt ihr sowohl eine Kirche, aber auch einen Priester außerhalb eures Wohnortes wählen. Hier wird euch sicherlich sehr kulant entgegengekommen. Bedenkt allerdings, euren Trautermin auch mit dieser Kirche oder dem anderen Priester abzustimmen, bevor ihr Einladungen an eure Gäste verschickt.

Wenn einer der Partner geschieden ist
Die orthodoxe Konfession bewertet das Thema Scheidung immer noch nach dem Verschuldensprinzip. So ist eine Ehe, als heiliges Sakrament, nur durch den Tod oder bei Ehebruch auflösbar. Prinzipiell kann also eine zweite Ehe geschlossen werden und auch ein dritte wird von der Kirche geduldet.

Trauzeugen bei einer orthodoxen Trauung
Die Trauzeugen einer orthodoxen Hochzeit müssen mindestens 18 Jahre alt und noch voll geschäftsfähig sein. Mindestens einer von ihnen muss der orthodoxen Kirche angehören.

Eheschließung bei unterschiedlicher Religionszugehörigkeit
Auch die orthodoxe Kirche steht Ehen zwischen Partnern unterschiedlicher Konfessionen offen. Allerdings gibt es hier, aufgrund der besonderen Bedeutung und Bewertung der Ehe, keine ökumenische Hochzeit, wie es zwischen Katholiken und Evangelisten üblich ist. Es ist vorgeschrieben, dass die Trauung rein orthodox durchgeführt wird und der andere Partner sich quasi unterordnet.

Einige Gemeinden erlauben allerdings, dass der Pfarrer der anderen Kirche eingeladen wird und der Zeremonie beiwohnen darf. Ist euer Priester sehr kulant und weltoffen, ist es möglich, dass er dem Pfarrer ein Schlusswort an euch erlaubt.

Das Traugespräch
Das Traugespräch ist bei jeder kirchlichen Eheschließung Teil der Vorbereitungen, um nicht nur organisatorische Dinge zu klären, sondern auch vom Priester noch einmal auf die besondere Bedeutung dieses Schrittes aufmerksam gemacht zu werden. Nicht selten empfinden Paare die Eheschließung lediglich als Krönung ihrer Liebe zueinander, oder wollen unbedingt in einer Kirche heiraten, weil dies ihren Vorstellungen einer Märchenhochzeit am nächsten kommt.

Doch was es bedeutet, sich für den anderen in Zukunft aufzuopfern, sich ein Stück weit aufzugeben und sich ganz seinem Partner hinzugeben, wird vielen erst im Traugespräch richtig bewusst.

Doch ist angebracht, in diesem Rahmen auch wichtige Fragen zum Ablauf und der Organisation zu besprechen. Darf fotografiert und gefilmt werden? Dürfen die Brautleute eigenen Blumenschmuck anbringen? Traut euch zu fragen und scheut euch auch nicht davor, eigene Ideen oder Gebete vorzuschlagen, vielleicht ist mehr Individualität möglich, als ihr ahnt.

Was kostet eine orthodoxe Hochzeit?
Da die orthodoxe Kirche keine Steuern von ihren Mitgliedern erhebt, wird bei einer Eheschließung oftmals um eine Spende gebeten, welche sowohl für die Formalitäten, als auch für gemeinnützige Zwecke verwendet wird.

Üblicherweise spricht man hier von einem Betrag zwischen etwa 200,00 € und 300,00 €. Und auch von den Trauzeugen werden freiwillige Zuwendungen gern gesehen.

Der Ablauf einer orthodoxen Trauung

Nicht nur die Bedeutung der Ehe unterscheidet sich in der orthodoxen Kirche grundsätzlich von den anderen christlichen Glaubensgemeinschaften. Auch der Ablauf ist hier ein besonderer.

So besteht die Eheschließung aus zwei Teilen und beginnt mit der Verlobung, welche aus Fürbitten und Segen, aber auch dem Ringwechsel bestehen. Im Anschluss daran erfolgt die sogenannte Krönung.

Hierzu werden die Hände des Brautpaares ineinander gelegt und Eph 5, 20-33 sowie Joh 2, 1-11 gelesen. Im Anschluss daran folgen auch hier Fürbitten, Gebete und das Vaterunser.

Nachdem der gesegnete Kelch gereicht wurde, wird beim traditionellen Tanz des Jesaja der Trautisch dreimal umschritten.

Ein Ehewille, wie er in der evangelischen oder katholischen Kirche üblich ist, wird im orthodoxen Glauben nur noch in der slawischen Tradition bekundet.

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