20 Tipps und Regeln für eine orthodoxe Taufen

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10 Regeln für eine orthodoxe Taufen

Die orthodoxe Taufe, ein Leben im Glauben

Die Taufe ist eine Zusage an die Liebe und den Segen Gottes. Das Taufsakrament nimmt den Täufling in die Gemeinschaft auf und vereint ihn mit dem Göttlichen. Stellvertretend für das Kind bezeugen Eltern und/oder die Paten den Glauben und bekunden den Willen, das Kind im Glauben zu erziehen und ihm/ihr die Werte vorzuleben.

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Vorbereitung für die Taufe

Bei den ersten Christen wurden angehende Täuflinge mindestens ein Jahr auf das Sakrament vorbereitet. Will sich ein Erwachsener heute taufen lassen, wird der Priester ihn/sie zu einem Gespräch einladen und ihm/ihr die Wahrheiten des Glaubensbekenntnisses nahebringen.

Weiters sind Taufkreuz, Taufkerze, weiße oder helle Taufkleidung, Leinentuch oder Decke und die Taufpaten auszuwählen.

die Namenswahl

In der Orthodoxie gilt der Brauch, den Namen von Heiligen für die Kinder zu wählen. Sollten sich die Eltern für einen nicht-orthodoxen Namen entscheiden, ist ein zusätzlicher, passender orthodoxer Name auszuwählen. Schlussendlich ist es der Priester, der entscheidet, ob der gewählte Name gegeben wird oder nicht. Bis zur Taufe haben Kinder keinen eigenen Namen, sondern werden als „Mpempis“ bzw. „Mpempa“ (Baby) oder mit Kosenamen bedacht.

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der Taufritus

Drei Kerzen beleuchten das Taufbecken. Der Priester trägt sein weißes, liturgisches Gewand und spricht die Gebete zur Namensgebung. Darin erklingt zum ersten Mal der Name des Täuflings. Es folgen ein Segen und die Bitte, dass der Täufling die Gebote des Herrn / des Glaubens befolgen möge.

Als erste, heilige Handlung gilt die Handauflegung als Schutzzeichen und zum Segen.

Bei der Taufe soll der unreine Geist verjagt werden. Durch die Heraufbeschwörung des Namens Gottes, sagt sich der Mensch vom Bösen los. Der Priester wendet Täuflinge wie Taufpaten nach Westen wo symbolisch die bösen Geister ihr Heim haben, um sie ihnen symbolisch entgegentreten zu lassen und sich von ihnen loszusagen. Dann dreht er sie nach Osten und fordert sie auf, sich dem Herrn zuzuwenden.

Folgend betet der Priester darum, dass das Wasser im Taufbecken sichtbare wie unsichtbare Feinde vom Täufling abhalten möge. Er segnet es dreimal, bläst in Kreuzform darauf und weiht es. In einem besonderen Gefäß bewahrt er Öl für die Taufe auf. Mit einem Pinsel taucht er darin ein, salbt das Wasser und im Anschluss den Täufling damit. Nach der Salbung nimmt man dem Täufling die Kleidung und taucht ihn / sie 3x im Wasser unter, wobei der Priester den Tauftext spricht. Für erwachsene Täuflinge gibt es Kirchen mit einem Taufbecken, das bis zu den Ausmaßen eines kleineren Schwimmbeckens haben kann.

Fehlt diese Möglichkeit, kann ein Übergießen mit Wasser als Alternative fungieren. Taufpate oder Taufpatin übernehmen im Anschluss den Täufling. Diese/r erhält Taufkreuz und Taufkleid, worin das neue Gewand der Seele symbolisiert wird. Das alte Kleidungsstück wurde symbolisch wie eine Sündenlast abgelegt, zu der man nicht mehr zurückkehren sollte.

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Voraussetzungen für eine orthodoxe Taufe

Bei Kindern sind die Grundvoraussetzung, der Wille und das Bekenntnis der orthodox getauften Eltern, ihren Nachwuchs im Glauben zu erziehen.

Dokumente für eine orthodoxen Taufe.

Ohne Formalitäten geht es nicht. Die wichtigsten Unterlagen sind:

* Personalausweis / Reisepässe der Eltern
* Geburtsurkunde des Kindes
* Familienstammbuch, sofern vorhanden

Bei einem Taufgespräch mit dem Priester wird dieser festlegen, welche Dokumente und/oder Unterlagen er benötigt.

Taufpaten bei einer orthodoxen Taufe

Jeder orthodox getaufte Christ kann Pate oder Patin werden.

Was kostet eine orthodoxe Taufe?

Die orthodoxe Kirche erhält keine Kirchensteuern. Somit ist sie vielfach auf Spenden angewiesen, die für Formalaufwände und Zwecke des Gemeinwohls genutzt werden. Von den Eltern wird eine Spende ab 200,00 €, bei Taufpaten eine Spende an den Almosenstock erwartet.

Tipps zu einer orthodoxen Taufe

Orthodoxe Taufen mit weniger als 80 Personen zählen zum „kleinen Rahmen“. Viele Griechen heiraten und bekommen mehrere Kinder. Zur engsten Verwandtschaft zählen bei Griechen noch Cousins / Cousinen 3. und 4. Grades. Der engste Kreis kann im Durchschnitt mit an die 120 Personen gerechnet werden.

Für Kirche, Dekoration, Fotograf, Essen und mehr sollte also das nötige Kleingeld bereitstehen. Natürlich lassen sich die Anschaffungen in Spezialgeschäften tätigen. Wer die Preise darin betrachtet, dem kann leicht schwindlig bei den hohen Kosten werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es eine simple Taufkerze oder eine passende Tischdekoration für die Feier danach betrifft.

Mit Geldgeschenken liegt der Gast also nicht verkehrt.

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10 Tipps für eine orthodoxen Taufe

Wahl der Speisen

Wird in der orthodoxen Fastenzeit die Taufe gewählt, ist die Speisewahl eingeschränkt, da hierbei auf tierische Produkte verzichten wird und Mittwoch wie Freitag kein Öl verwendet wird. Aber auch generell bietet sich ein Buffet an, das gern auch multikulturell zubereitet werden kann, wenn Gäste anderen Glaubens anwesend sind. Dabei kann die Wahl von veganen wie Fleischgerichten, Dips, Broten und unterschiedlichste, griechische Speisen angeboten werden. Somit bleibt jedem die Wahl zu fasten oder zuzugreifen.

Als Beispiel für eine Tauftorte wäre ein 2-stöckiges Modell:
– Untere Etage – Schokoladenbiskuit mit Vanille-Schokoladenstückchen-Füllung.
– obere Etage – heller Vanillebiskuit mit Marillen-Pfirsich-Füllung.

Das Taufkreuz

Findet sich kein passendes Taufkreuz im Familienbesitz, kann es geschenkt oder in der Kirche erworben werden.

Kriterien:
Das orthodoxe Kreuz verfügt über acht Enden – ein Kreuz mit drei Balken.

Der oberste Balken ist kurz und auf ihm steht: “Jesus von Nazaret, der König der Juden”
Der mittlere Balken ist der längste.
Der unterste Balken ist schräg und kurz, wobei das linke Ende höher als das rechte ist.

Kreuze mit vier Enden sind ebenfalls in Ordnung – also eines mit einem Querbalken. Ist der Gekreuzigte dargestellt, sollten nach orthodoxer Darstellung die Füße auf gleicher Ebene nebeneinanderstehen.

Das Kreuz selber sollte an einer Kette oder einem Band hängen, mit einer passenden Länge um es dem Täufling leicht über den Kopf legen zu können.

Das Taufkleid

Es sollte, als Zeichen der Reinheit, weiß sein.

Leinentuch oder Decke

Diese sollte selbst mitgebracht werden.
Vor der Taufe legt der Täufling die Kleider ab und steht während der Gebete darin gehüllt.

Olivenöl

Hier erinnert es an die Geschichte von Noah und der Taube, die einen Olivenzweig im Schnabel trug.

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Ta Lapodana

Dabei handelt es sich um ein Set, in dem sich üblicherweise ein großes Handtuch, ein Bettlaken, ein kleineres Handtuch, ein Hemd(chen), ein Höschen sowie eine Mütze befinden. Es ist das, was benötigt wird, um das Kind aus der Taufe zu heben. Zusammen mit dem Bettlaken wird das große Handtuch auf die Arme des Taufpaten gelegt, um das Kind nach der Taufe und während des „Chrisma“ einzuhüllen. Erst danach wird die Unterwäsche angezogen. Im Regelfall sind sie in weißer (oder heller) Farbe gehalten. Das Material besteht meist aus Baumwolle oder Leinen, gern geschmückt mit Spitzen und/oder Stickereien.

Nach der Taufe ist es wichtig zu wissen, wie sie gewaschen werden. Traditionell sollten das geweihte Öl sowie Charisma ins Meer gewaschen werden. Wer weit weg davon wohnt, kann sie in einer Schüssel waschen und im Anschluss das Wasser in einen Bach oder direkt auf die Erde gießen. Sie sollten nur nicht mit der Kanalisation in Kontakt kommen. Im Anschluss an die erste Waschung der Kleidungsstücke, darf die Kleidung ganz normal verwendet werden.

3 Tage nach der Taufe bekommt der Täufling sein erstes Bad, wofür der Taufpate zuständig ist. Das Wasser dieses ersten Vollbades ist gleichermaßen zu behandeln.

Taufpate

Dessen Aufgabe ist alles, was mit der Kirche zu tun hat. Er/Sie trägt die Kosten für – Kirchengebühr und Sänger.

– Kreuz (Silber oder Gold)
– Taufkerze und 3 kleinere Kerzen für das Taufbecken – Lapodana
– Maryrika (kleine Kreuze für die Gäste, die Zeugnis für die Taufe ablegen)
– Seife für die Hände des Priesters und des Taufpaten nach der Taufe
– 1 Flasche Olivenöl
– Weihrauch

Diese Dinge bekommt der Täufling im Anschluss geschenkt.

Jeder orthodox geweihte Christ kann diese Aufgabe erfüllen.

Weiters ist er/sie dafür zuständig, den Täufling an die 3, der Taufe folgenden Sonntage, in die Kirche zu bringen, zum Empfang der „Theia Koinonia“, der Heiligen Kommunion. Dabei muss die Taufkerze, die Lambada, dabei sein und brennen.  Die wichtigste Aufgabe ist es, den Täufling im Glaube zu erziehen und ihn im Leben zur Seite zu stehen. Wer diese Aufgabe übernimmt, trägt somit eine große Verantwortung für das eigene, spätere Leben.

Dekoration

Der Festsaal, in dem meist im Anschluss gespeist wird, bietet für die Dekorateure viel Spielraum. Wie bei jeder Taufe sollte diese dem Anlass entsprechend passend sein. Bei Taufen sind die Farben meist helles Blau, Rosa, Flieder oder Creme.

Meist wird traditionell und opulent gefeiert, sodass die Kosten selbst für die einfache Dekoration enorm in die Höhe schießt.

Gastgeschenke

Beim Verlassen der Kirche erhält jeder Gast ein Gastgeschenk.
Passend wäre beispielsweise ein Säckchen mit folgendem Inhalt:
* Anhänger gegen den „Bösen Blick“
* kleine Schmetterlinge
*5 Mandeln – stellvertretend für Glück, Erfolg, Liebe, Gesundheit sowie Segen

Fotos und Filme

Zu den schönsten Aufnahmen im Leben als Erinnerung zählen Fotos und Videos. Wenn du deine orthodoxe Taufe als wertvolle Erinnerung bewahren willst und die Aufnahmen aus der besten Perspektive stammen sollen bietet sich ein professioneller Fotograf und/oder Filmer an.

Mein Studio bietet günstige Preise für deine wichtige Zeremonie. Wende dich vertrauensvoll an mich und lass uns deine Wünsche besprechen.

Fotos und Filme sind weit mehr als „nur“ eine bleibende Erinnerung.